To get started – die Darmkur

Am Anfang war der Darm – zumindest gehen neueste wissenschaftliche Untersuchungen davon aus, dass der Darm unser “erstes Gehirn” war und sich unser – nach heutigem Verständnis eigentliches Gehirn – erst im Laufe der Evolution dazu entwickelt hat.

Demnach hat der Darm in prähistorischer Zeit unser Verhalten gesteuert – mit dem primären Ziel, die richtige Nahrung zu finden und aufzunehmen. Genauer gesagt, haben die Abermillionen von Bakterien, welche auch heute noch unseren Darm besiedeln, hier den Ton angegeben. Unser Mikrobiom.

Die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms beeinflusst, was wir essen und wie wir diese Nahrung verwerten können, da unterschiedliche Bakterien auf die Verstoffwechselung verschiedener Nahrungsbestandteile spezialisiert sind.
Andererseits kann das, was wir essen, auch die Zusammensetzung unseres Mikrobioms verändern – der übermäßige Verzehr sehr fetthaltiger, industriell verarbeiteter Produkte reduziert z. B. die Diversität und Menge der Darmbakterien und unterstützt die Vermehrung solcher Bakterien, die eine schnelle Fettablagerung begünstigen.
Natürlich kann man genauso gut auch die Vermehrung der “guten” Bakterien fördern, indem man sich überwiegend von frischen, pflanzlichen und ballaststoffreichen, oder aber auch fermentierten Lebensmitteln ernährt. Allerdings kann es eine Weile dauern, bis sich die Darmflora regeneriert bzw. anpasst.


Was also tun, wenn das Bauchgefühl nicht stimmt?

Eine langfristige und dauerhafte Ernährungsumstellung ist sicherlich immer eine gute Idee (sofern man sich nicht eh schon gut ernährt). Dies kann jedoch, auch aufgrund der oben genannten Fakten, mitunter ziemlich schwerfällig sein und führt eventuell nicht so schnell zu Erfolgen, wie man sich vielleicht erhofft.

Um im Darm einmal richtig aufzuräumen und eine gute Basis für die Gesaundheit zu schaffen, bieten sich meines Erachtens daher für den start entweder eine Fastenkur (dazu werde ich zu gegebener Zeit auch einen Beitrag schreiben) oder eben einer Darmkur an.


Was versteht man unter einer Darmkur?

Die Darmkur ist auch unter dem Begriff Darmsanierung bekannt, was das Wesen einer solchen Kur ggf. noch besser auf den Punkt bringt: Der alte Schrott muss raus und neues Leben soll rein. Dementsprechend ist das Ziel einer solchen Kur, den Darm von Verkrustungen und Ablagerungen zu befreien und die Vielfalt und Ausgeglichenheit der Darmbakterien zu fördern, indem man ein Milieu schafft, in dem sich diese Bakterienstämme (wieder) wohlfühlen. So viel zur Theorie.

Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen. Am wohl geläufigsten ist die Darmsanierung mittels Flohsamenschalen und Mineralerde (Bentonit, Zeolith) – da ich damit jedoch bisher keine Erfahrungen gemacht habe, werde ich hier nicht näher darauf eingehen.
Ich persönlich nutze immer ein Tonikum aus Heilpflanzen-Extrakten für die Ausleitung.

Je nach persönlicher Ausgangslage (Alter, Gesundheitszustand), kann man hier gerne noch ergänzend Präparate aus Chlorella-Algen, Grapefruitextrakt oder Mineralstoffen einnehmen. Empfohlen werden oft auch s.g. Probiotika – also lebende Bakterienkulturen, wie sie z.B. oft in Naturjoghurts oder aber auch in fermentierten Produkten wie Frisch-Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha vorkommen, mit der Hoffnung, dass diese Bakterien sich dann wieder vermehrt ansiedeln.

Und damit wären wir eigentlich auch schon beim wichtigsten Punkt der Darmkur – was nimmt man zu sich? Über die Ernährung kann man den Erfolg und die Intensität der Darmkur maßgeblich mitbestimmen. Ich kenne Leute, die nur für die ersten drei Tage vegan essen und dann auf eine vegetarische Ernährung umsteigen. Ich persönlich, gerade als Allergiker, verzichte komplett auf Milchprodukte und tierische Eiweiße im allgemeinen.

Auf jeden Fall vermieden werden sollten:

  • Industriell verarbeitete Produkte und Fertiggerichte
  • Weißmehl/Auszugsmehl und Produkte, die daraus hergestellt wurden (Brot,
    Nudeln, etc.)
  • Zucker
  • Alkohol
  • Fleisch (wer gar nicht ohne kann, sollte max. zwei Mal pro Woche Fleisch essen)

Im Idealfall auch gemieden werden sollten

  • Milchprodukte (die schleimbildende Wirkung behindert den Reinigungsprozess)
  • Eier (tierische Eiweiße belasten den Darm)
  • Salz (bitte auf ein Minimum reduzieren und stattdessen mit frischen Kräutern würzen)
  • Nikotin


BÄM – was bleibt da noch?

Genau: Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Kerne, hochwertige Pflanzenöle, Salate, Sprossen, s.g. Pseudogetreide (Quinoa, Hirse, Buchweizen…) und zum Trinken Wasser und Kräutertees.

Klingt langweilig? Ihr glaubt gar nicht, was man daraus alles für leckere Gerichte zaubern kann! Das A & O sind Vielfalt auf dem Teller und auch Spaß beim Essen. Man kann hier quer durch den Gemüsegarten experimentieren. Am Ende des Tages sollte man jedoch bei einer basenüberschüssigen Ernährung rauskommen, die einerseits den Reinigungsprozess unterstützt, reich an Vital- und sekundären Pflanzenstoffen ist und den optimalen Nährboden für unser körpereigenes Mikrobiom bildet.

Je nach individueller Konstitution können schon zwei Wochen zu spürbaren Ergebnissen führen. Anderen seien 4-8 Wochen oder sogar länger ans Herz gelegt. Wer sich unsicher ist, spricht am besten mit einem Heilpraktiker über sein Vorhaben und lässt sich vorab einmal durchchecken.

Schlussendlich, wie der Titel schon sagt, kann dies auch ein guter Startpunkt für eine langfristige Veränderung sein. 2-4 Wochen auf ungesunde Nahrungsmittel zu verzichten, schafft man – und wer weiß, vielleicht habt ihr hinterher gar keine Lust mehr darauf? Vielleicht fühlt ihr euch plötzlich energiegeladener, fitter und glücklicher? Und eventuell sogar auch gesünder – give it a try!

Schreibt mir gern Eure Erfahrungen oder Fragen – ich freue mich über jedes Kommentar!

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